Trinkwasser

Unter Trinkwasser versteht man Süßwasser mit einem so hohen Maß an Reinheit, dass es für den menschlichen Gebrauch, insbesondere zum Trinken und zur Zubereitung von Speisen, geeignet ist. Zudem müssen technische Anforderungen (keine Aggressivität gegen Rohrleitungen, Vermeidung von Ablagerungen) gewährleistet sein. Im Trinkwasser dürfen keine krankheitsverursachenden (pathogenen) Mikroorganismen enthalten sein. Das Wasser muss kühl, appetitlich, geruch- und farblos sein und von seiner Natur her zum Genuss anregen. Ebenso sollte eine Mindestkonzentration an Mineralstoffen enthalten sein. Die häufigsten in Wasser gelöst enthaltenen Mineralstoffe sind Calcium-, Magnesium-, Carbonat-, Hydrogencarbonat- und Sulfat-Ionen. Deren Konzentrationen werden summarisch als Härtegrad (deutsche Härtegrade) des Wassers angegeben. Trinkwasser sollte mindestens 5° und soll höchstens 25° deutscher Gesamthärte (dH) haben. Der pH-Wert muss zwischen 6,5 und 9,5 liegen.

Qualität von Leitungswasser in Form von Trinkwasse



Die größte Gefährdung geht vom Zustand des Netzes und den verwendeten Wasserrohren aus. Wo das Leitungsnetz schlechter saniert wird als in Deutschland (z.B. in Großbritannien mit Wasserverlusten von etwa 30 %) können auch Substanzen aus dem Boden in die Leitungen eindringen. Bis 1990 wurden in Deutschland für große Wasserleitungsrohre im öffentlichen Versorgungsnetz Asbestzementrohre verwendet.
Die Trinkwasserverordnung regelt, dass das Trinkwasser nicht nur an der Übergabestelle ins Haus, sondern noch am Wasserhahn einwandfrei sein muss. Entsprechend müssen auch Hauswasserleitungen durch die Vermieter saniert werden. Bis 1960 wurden in Häusern noch Bleirohre verwendet, die dort z.T. auch heute noch liegen können. Blei kann beim Menschen verschiedenste Krankheitsbilder hervorrufen. Insbesondere Babys und Kinder sind durch derart belastetes Trinkwasser gefährdet. Insbesondere Babys und Kinder können von mit Kupfer belastetem Trinkwasser gefährdet sein, eine Abgabe aus dem Rohr an das Trinkwasser findet nur selten statt. Wichtig ist dabei eine ausreichende Kalkschicht auf der Innenseite der Kupferleitungen. Diese Kalkschicht kann sich nur bilden, wenn das Trinkwasser sich im Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht befindet. Nach der Trinkwasserverordnung sind die Wasserwerke verpflichtet dies zu überprüfen. Gerade in kalkarmen Gebieten kann das Grundwasser aggressiv sein. Sollten sich unter einem tropfenden Wasserhahn Grünspanspuren zeigen, so ist dies ein deutliches Zeichen für eine nicht ausreichende Kalkschutzschicht in den Kupferrohren. In diesem Fall sollte man unbedingt einen Fachmann bzw. den örtlichen Wasserversorger um Rat fragen.
Legionellen bilden sich in lauwarmen Wasser. Auch in Deutschland gab es Probleme, insbesondere in den Warmwasser-Leitungssystemen von Krankenhäusern und Hotels. Legionellen verursachen die möglicherweise tödlich verlaufende Legionärskrankheit.
Ein weiteres Kriterium, welches die Leitungswasserqualität direkt beeinflusst, ist eine ausreichende und ständige Entnahme des Wassers aus den Wasserleitungen. Sind diese, z.B. durch demografischen Wandel (Bevölkerungsrückgang) nicht mehr gegeben, besteht ein hohes Risiko der Keimbildung. Solchen Problemen müssen die Wasserversorger mit Spülungen und Notentnahmen entgegen wirken. Ein gutes Beispiel hierzu sind ostdeutsche Kommunen wie Rostock. Dort ist der Trinkwasserverbrauch in den letzten Jahren so stark gesunken, dass regelmäßige Gegenmaßnahmen durch den Wasserversorger erforderlich wurden. Auf Dauer ist dort ein Rück- bzw. Umbau des Wassersystems (semi- bzw. dezentrale Aufbereitung) sinnvoller als der Beibehalt des zentralen Systems und seiner langen Leitungen.
Das Leitungswasser belastende Stoffe, auch Keime, können mit dem Einsatz einer Nanofiltrationsanlage bzw. Osmoseanlage entfernt werden. Diese Anlagen werden schon länger in der Pharma- und Nahrungsmittelindustrie eingesetzt; es sind auch Geräte für Privathaushalte bzw. für den semi-zentralen Einsatz in Kleinsiedlungen verfügbar.

Trinkwassergewinnung

Trinkwasser muss immer den höchsten Gütekriterien genügen und immer der höchst-möglichen Qualität entsprechen, denn sauberes Trinkwasser ist die Voraussetzung für ein gesundes Leben. Einwandfreies Trinkwasser muss folgende Anforderungen erfüllen:

frei von jeglichen Krankheitserregern
ständige Kühlung und geschmacklich einwandfrei farblos,
geruchlos nicht gesundheitsschädigend geringer Anteil an gelösten Stoffen.

Trinkwasser wird hauptsächlich aus Grundwasser und Quellwasser gewonnen. Oberflächenwasser wird heute nur gelegentlich genutzt.
Zur Gewinnung von Trinkwasser aus Grundwasser dienen Brunnen. Es gibt die beiden Grundformen Schachtbrunnen und Bohrbrunnen. Der Schachtbrunnen wird senkrecht zum Wasser gebaut, sodass das Grundwasser in den Brunnen eintreten und daraufhin abgepumpt werden kann. Diese Technik ist allerdings für die Versorgung einer größeren Anzahl von Verbrauchern nicht rentabel, da die mögliche Liefermenge an Wasser zu gering ist. Da Schachtbrunnen nicht in große Tiefen reichen, kann zudem die Qualität des Wassers durch die nahe liegende Erdoberfläche beeinträchtigt sein. Beim Bohrbrunnen (Tiefbrunnen) wird ein Förderrohr durch Bohrung bis zur wasserführenden Schicht in die Erde eingebracht, wo das Brunnenrohr Öffnungen besitzt. Dort werden Filter befestigt, welche Sand, Erde und andere grobe Schwebeteilchen zurückhalten. Am oberen Ende des Brunnenrohrs befindet sich das Brunnenkopfbauwerk. Es verhindert das Eindringen von Oberflächenwasser und ist zusätzlich mit umfangreichen technischen Einrichtungen ausgestattet.
Quellwasser ist zutage tretendes Grundwasser. Es ist meist so rein, dass es ohne Behandlung als Trinkwasser genutzt werden kann. Dies trifft allerdings nur zu, wenn das Grundwasser tief unter der Erdoberfläche entlang führt, wo es nicht von Schadstoffen und Umwelteinwirkungen, wie zum Beispiel Dünger und Öl, beeinflusst wird. Man unterscheidet vier Typen von Quellen. Schichtquelle: Das Grundwasser tritt zutage, wo die Wasser führende Schicht an der Erdoberfläche endet. Überlaufquelle: Das Grundwasser wird durch hydraulischen Druck in der Grundwasserschicht an die Erdoberfläche gedrückt. Stauquelle: Grundwasser staut sich unter einer wasserundurchlässigen Schicht und tritt bei einem Durchbruch dieser Schicht an die Erdoberfläche. Verwerfungsquelle: Unter Druck stehendes Grundwasser tritt in einer Verwerfung, in der durch tektonische Kräfte die undurchlässige Schicht zerstört wurde, aus.
Oberflächenwasser wird zur Trinkwassergewinnung aus Seen oder Flüssen gepumpt. Es muss dann zu Trinkwasser aufbereitet werden. Auch aus Meerwasser kann Trinkwasser gewonnen werden, es muss dazu entsalzt werden. Eine Entsalzung kann durch Destillation und durch umgekehrte Osmose erreicht werden. Bei Destillation wird das Meerwasser in große Destillationsanlagen geleitet und durch Sonneneinstrahlung erwärmt. Das verdampfte Wasser kondensiert an gekühlten Teilen einer Anlage und das Kondensat wird in Sammelrinnen aufgefangen. Um es allerdings für Trinkzwecke verwenden zu können, müssen ihm wieder geringe Mengen an Salzen zugefügt werden

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